Blutgeld: verdrängte Tragödien und aktuelle Unterstützungsoptionen

Wissen Sie, daß 2016 die HIV-Entschädigungsrente für die überlebenden Betroffenen des Bluter-Skandals in den 1980er Jahren ausläuft?

Der Grund ist einfach: der Topf ist dann leer. Man hatte nicht damit gerechnet, dass die Infizierten so lange (über-)leben werden.

Für die Hepatitis C-Infektion gab und gibt es bisher ohnehin keinerlei Entschädigung.
Während HIV inzwischen recht gut behandelt werden kann, ist die HCV-Infektion für viele Betroffene zum kritischen und womöglich limitierenden Faktor geworden. Die Zahl der Betroffenen mit Leberversagen und Leberkrebs nimmt z.Zt. drastisch zu.

Die meisten der betroffenen Bluter sind nicht mehr in der Lage, zu arbeiten. Sie leben (noch) von der Entschädigungsrente und evtl. Mini-Renten. Ohne die Entschädigungszahlungen sind sie auf Hartz-IV angewiesen. Deshalb sollte endlich eine dauerhafte Lösung geschaffen werden, um wenigstens für finanzielle Sicherheit zu sorgen.

Angst, Schmerzen, gesundheitliche Einschränkungen und psychisches Leid u.a. durch Diskriminierung sind auch ohne die Belastungen aufgrund finanzieller Unsicherheit enorm.

Eine Handvoll mutiger Bluter und Angehörige, die sich in der Öffentlichkeit mit dem Thema zeigen, versucht jetzt im Zusammenhang mit der Ausstrahlung des Filmes Blutgeld (am 28.10.2013 im ZDF gesendet), die Aufmerksamkeit zu nutzen und bei den Menschen den Bluter-Skandal erneut ins Bewusstsein zu rufen.

Ich stelle diesen Text (den ich Doris Willmer verdanke), im Rahmen von anders führen ins Netz, weil er auf eine verdrängte Tragödie und offene Fragen der Pharma-Ethik verweist. Es geht darum, auch die Verursacher aus der Pharmaindustrie in die Verantwortung zu nehmen. Die Hersteller haben damals das Infektionsrisiko für die Patienten billigend in Kauf genommen, indem sie aus Kostengründen weiter unsichere, nicht sterilisierte Produkte vertrieben haben, obwohl sich das Drama längst abzeichnete. Und alle anderen Verantwortlichen – Behandler, Krankenkassen, Bundesgesundheitsamt – haben mitgespielt.

Ich empfehle ausdrücklich auch den ergänzenden Film Dokumentation – Blutgeld. Weitere Infos, auch eine Petition an den Gesundheitsausschuss des Bundestags unter www.robinblood.org. bzw Change.org.

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