Upstart: Kickstarter oder Indiegogo für Personen?!

Mit „Upstart“ dreht sich das Crowdfunding-Karusell in den USA einen konsequenten Schritt weiter und richtet sich statt auf die Idee oder das Projekt eines Gründers auf die Förderung der Person selbst:

„Potential upstarts begin by creating a profile. The backgrounds and goals of upstarts vary widely – some are looking to pursue an entrepreneurial endeavor, while others aim to retire student debt or invest in their education. (…)  Backers can browse upstarts by school, area of study, or career interest, and then read about the unique goals and background of each individual. They can make offers in increments of $100, but upstarts always have the right to choose whether to accept any particular backer. To be funded, each upstart must raise a minimum of $10,000. At the end of their funding periods, upstarts make their final decision about whether to accept their funding.“ (Source: Website)

Dass diese Idee auf der Ebene der Projektförderung bereits nicht unumstritten ausgehen kann, zeigt die aktuelle Kontroverse um den Erwerb von Oculus Rift durch Facebook, nachdem das Projekt vorher durch Kickstarter aktiviert worden war: viele „Backer“ fühlten sich durch das „Kassemachen“ der Gründer jedenfalls hintergangen. Auch unbekanntere Kickstarter-Projekte geraten immer wieder durch unklare Kommunikation in schweres Fahrwasser.

Kann Crowdfunding für Personen funktionieren? Die praktische Frage wird sein, ob ein „Projekt“, das über 10 Jahre läuft, sich genauso begleiten läßt, wie die viel kürzeren Laufzeiten von Kickstarter- oder Indiegogo-Kampagnen.

Die – wenn man so will – anthropologische Frage wiegt möglicherweise schwerer: wie weit darf/soll Selbstvermarktung vernünftigerweise gehen? Ist „Upstart“ einfach ein alternatives Förderinstrument oder eine „unmoralische“ Einladung zur Selbstausbeutung und zur grenzenlosen Selbstöffnung im Netz?

Die Gründer nehmen solche Dilemmalagen auf, indem sie Zugangsmodalitäten und Perspektiven regeln (u.a. mittels mathematischer Modelle, die die Gehaltsprognosen für eine Reihe von Abschlüssen an US-Universitäten berücksichtigen) und Rückzahlungsverpflichtungen gegebenenfalls kappen oder strecken.

Das adressiert die Selbstausbeutung, die Frage nach der Selbstöffnung bleibt davon allerdings unberührt … . Ein Projekt, das weitere – durchaus kritische – Begleitung verdient!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s